Geschichte 

Die Geschichte von Ylläksen Yöpuu

Ylläksen yöpuun historiaa

Die Geschichte von Ylläksen Yöpuu begann 1954, als meine Eltern Markku und Senni Kaulanen das Purola-Haus im damals weniger dicht besiedelten Zentrum von Äkäslompolo bauten. Zur gleichen Zeit legten sie ihr Amt als Hausmeisterehepaar im Gasthaus Ylläskartano nieder, um ihr Purola-Haus fortan als Privatunterkunft anzubieten. Sie waren also schon damals als Unternehmer im Reisegeschäft tätig.

Doch die Sache wurde zu der Zeit noch anders beschrieben: „Bei uns werden Kühe und Touristen gehalten.“

Damals waren die Ansprüche die Gäste auch noch nicht dieselben wie heute, das Gastgeberehepaar übernachtete in der einen Ecke und die Touristen in der anderen und am Morgen wurden die Matratzen auf den Dachboden gebracht und ein großer Tisch hereingebracht.

Nach dem Frühstück gingen die Gäste dann skifahren und die Hausherrin machte sich an die Zubereitung des Mittagessens. Auch die Loipen für den Langlauf wurden zu dieser Zeit nur durch das Fahren selbst gemacht, dafür gab es noch keine Maschinen. Kein Wunder also, dass der Skatingstil noch nicht aktuell war.

Am Nachmittag kehrten die Gäste zurück für das Essen und den Saunabesuch, dann war es Zeit den Tisch wieder zu wegzubringen und das Bettzeug auszubreiten.

Ylläksen yöpuun historiaa

Separate Räume, wo man den Abend ausklingen lassen konnte, gab es keine und die Gäste mussten sich selbst etwas einfallen lassen.

Nach und nach wurden im „Purola“ weitere Räume angebaut und zu Beginn der 70er Jahre wurde die Landwirtschaftstätigkeit vollkommen aufgegeben.

Die Kühe wurden verladen und man begann „die Touristen zu halten“. Glücklicherweise hat es an ihnen nie gemangelt und teilweise sind die Gäste von damals bis heute treu geblieben.

Während der 1970er und 80er Jahre wurde dann auch im ganzen Dorf in den Bau von Ferienhäusern und Gasthäusern investiert, doch war während der Planungszeit noch ein jahrelanges Bauverbot in Kraft, wodurch zu dieser Zeit viele der örtlichen Ställe und Speicher umgebaut wurden, „um sie für die Touristen herzurichten“.

Senni Kaulanen

Markku Kaulanen verstarb 1981 an Lungenkrebs. Senni Kaulanen führte das Haus von da an, ein Teil von uns Kindern war noch klein. Es gab auch genug zu tun, das Frühstück für die Touristen, danach der Abwasch und die Zubereitung des Mittagessens. Und natürlich stand dann schon der nächste Abwasch an und mit der ganzen zusätzlichen Reinigungsarbeit der Mökki-Häuser war es ein Glück, dass die Saison dazumal kurz war.

Die verrückten Jahre Ende der 80er Jahre waren bis Ylläs hinauf zu spüren, es war von Tunnels und weiß Gott was die Rede.

Im „Purola“ ging die Gastwirtschaft mit Senni weiter, ohne größere Veränderungen. Senni Kaulanen führte das „Purola“ bis Ende 1992, bis zu ihrem Tod.

Im Frühling 1993 übernahm dann ich, Vesa Kaulanen den Betrieb. Der Name wurde damals von „Purola“ zu Ylläksen Yöpuu geändert.

Der Beginn fiel mit der schlimmen Rezession zu Beginn der 90er Jahre zusammen und es schien erst, als wäre die gesamte Lebensgrundlage in Gefahr. Doch die Umstände begannen sich schließlich langsam zu bessern.

Verändert hatten sich auch die Wünsche der Gäste und so machte man sich an das Erfüllen dieser Wünsche. Was die Veranstaltungen betrifft, so wurde das Angebot vor allem wegen einer bestimmten nicht kurierbaren „Krankheit“, der Angelverrücktheit nämlich, ausgeweitet. So sind heute eigentlich überall Boote zu mieten und es sind je nach Fischart verschiedene Reisen im Angebot.

Heute werden die Ferienhäuser allen Anforderungen gerecht und doch sind nun nach 12 Jahren immer noch gleich viele Schlafplätze verfügbar wie zu Beginn, denn ein damaliges Mökki für 8 Personen ist heute eines für 4 Personen, Stockbetten gibt es bei uns schon seit Jahren keine mehr und für die Instandhaltung der Skis gibt es heute einen eigenen Raum, wo damals eine Kerze genügte…

Die Frühlingssaison ist weiterhin die wichtigste Zeit, doch haben wir das ganze Jahr um Gäste. Der Mai ist  die ruhigste Zeit des Jahres.

Im Sommer haben wir viele Angler und Beerensammler, im Herbst genießt man den farbenreichen „Altweibersommer“ und danach kommen schon bald die ersten Langläufer, Weihnachten ist heute schon eine eigene Saison und dann ist es ja schon nicht mehr lange bis zum nächsten Frühling.

Unsere treusten Gäste kommen schon seit 40 Jahren zu uns, die mit dem weitesten Weg kommen aus China, Australien und Neuseeland.

Update 19.02.2009

Seit dem Verfassen des oberen Texts sind nun bereits über zehn Jahre vergangen, wie die Zeit vergeht, zum Glück ist man trotzdem noch jung…

Doch auch in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit hat es wieder viele Veränderungen gegeben, Handy und Internet allem voran. „Jetzt sind wir wirklich überall vernetzt…“

Heute haben wir fast das ganze Jahr um Gäste, fast jede Jahreszeit hat ihre eigene Zielgruppe. Es sind neue Sportarten dazugekommen, vom Nordic Walking bis zum Schneeschuhwandern und Down Hill.

Aber eines ist und bleibt, Ylläs mit seinen Landschaften, dem echten Winter, den Hängen und Polarlichtern oder im Sommer der Mitternachtssonne.

Wir danken unseren langjährigen Gästen herzlich und heißen alle neuen Besucher wärmstens willkommen!

Vesa Kaulanen

Die Geschichte von Äkäslompolo

Nach Ende der letzten Eiszeit als das Eis die Tunturi-Berge freigab, besiedelten Menschen der Steinzeit die Flussmündung des Ylläsjoki in der Gegend des heutigen Kolari. Als die Wasserpegel der Eisseen sich senkten, besiedelten die Menschen nördlichere Gebiete und somit auch Äkäslompolo.

Die Sami bewohnten das Dorf und dessen Ränder in lockeren Gemeinschaften. Sie waren ganz von der Jagd, der Fischerei und dem Fang von wilden Rentieren abhängig. Aus dem Rentierfang entwickelte sich nach und nach die Grundlage der heutigen Rentierzucht. Die letzten wilden Rentiere wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Kittilä gefangen. Die ersten finnischen Siedler kamen gemäß Kirchenbüchern 1748 nach Äkäslompolo, als im Dorf das erste Haus gebaut wurde. Seit damals wird im Dorf Landwirtschaft betrieben – die ersten Bauern lebten vor allem von Milchprodukten, Getreide, Wild, Fisch und Beeren. Gerste wurde so viel angebaut, wie man konnte. Anderes Getreide wurde je nach Möglichkeiten gekauft, zu Marktzeiten in Pajala oder später in Kolari. Felle und Leder ermöglichten den Kauf von Salz und anderen Produkten.

Straßen nach Äkäslompolo gab es keine, als Verkehrsweg wurde der Fluss Äkäsjoki gebraucht. (Zwischen den Dörfern Luosu und Äkäslompolo entstand jedoch ein Weg, den es heute noch gibt). Später kam ein besserer, mit Pferd und Rentier begehbarer Weg zur Mündung des Äkäsjoki-Flusses hinzu, bis wohin man zu Beginn des 20. Jahrhunderts über den Landweg gelangte.

Die ersten Reisenden kamen in den 1930er Jahren nach Äkäslompolo. Das Reisen ohne bestimmten Grund (wie z.B. der Suche nach Erz oder dem Erstellen von Karten) erstaunte das örtliche Volk, besonders als die Ankömmlinge die Berge erklommen ohne jeden „verständlichen“ Grund. Es ging nicht lange und die Einheimischen bemerkten, dass mit der Unterbringung zusätzlich etwas verdient werden konnte, auch wenn für die Unterkunft gegebenes Geld anfangs seltsam schien – waren die Sami doch derartiges nicht gewohnt, da Reisende bei ihnen zuvor ohne jede Entschädigung einen Schlafplatz bekommen hatten. Das erste Auto kam Anfang der 1930er Jahre nach Äkäslompolo und danach begannen Projekte zur Verbesserung der Straßen. Es dauerte dennoch eine Weile, bevor Touristen mit dem Bus bis ans Ziel kamen. Erst in den 1950ern Jahren konnte man sicher sein, mit dem Bus bis an den Zielort zu kommen.

In den 1940er Jahren waren Reisegruppen meist 10 Tage im Dorf und ihr Urlaub wurde „Kurs“ genannt. Die „Kursteilnehmer“ waren nach heutigen Maßstäben sehr bescheiden untergebracht – manchmal war das Bett nur ein aus Stroh geformtes Lager. Die „Kurse“ hatten ihren eigenen Koch dabei. Örtliche Köche wurden erst ab den 1950er Jahren benötigt.

Der Skitourismus nahm seinen Anfang erst richtig 1957, als am Varkaankuru-Berg der erste Lift gebaut wurde. Dieser funktionierte mit einem Volkswagen-Motor und alle Bestandteile, sowie der Treibstoff mussten mit Rentieren und Pferden an Ort und Stelle gebracht werden. Es gab damals keine Straße zum Berg und die Skifahrer mussten erst einmal eine beträchtliche Strecke zurücklegen bevor sie überhaupt an die Abfahrt denken konnten. Die Straße wurde in Ylläs gebaut, als der finnische Radiosender Yleisradio 1967 dort einen Mast aufstellte. Seither hat sich Ylläs stetig zu einem der größten Sportorte Finnlands entwickelt.